Das achtzehnte Kamel

Ein weiser Mann ritt auf einem Kamel durch die Wüste.

Da sah er eine kleine Herde Kamele und daneben standen drei junge Männer, die offenbar sehr traurig waren.

Er fragte sie nach dem Grund ihrer Traurigkeit und sie erzählten: Ihr Vater war verstorben und hatte ihnen 17 Kamele hinterlassen. Es war sein letzter Wille, dass der Älteste die Hälfte des Besitzes bekommen sollte, der Mittlere ein Drittel und der Jüngste ein Neuntel der Kamele.

Die drei hatten schon alles versucht, um die Kamele aufzuteilen, aber es ging einfach nicht.

Da sagte der weise Mann: Nun, dann nehmt doch für einen Augenblick mein Kamel hier und dann lasst uns sehen, was passiert.

Von den 18 Kamelen bekam jetzt der älteste Bruder die Hälfte, also 9 Kamele; neun blieben übrig. Der mittlere bekam ein Drittel der 18 Kamele, also 6; jetzt waren noch 3 übrig. Und weil der jüngste Bruder ein Neuntel der Kamele bekommen sollte, also 2, blieb ein Kamel übrig.

Es war das Kamel des weisen Mannes; er stieg wieder auf und ritt weiter und winkte den glücklichen Brüdern zum Abschied lachend zu.

 

Verfasser unbekannt

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