Dein Herz gleicht einem hellen Ohr

Dein Herz gleicht einem hellen Ohr,
es hört, was flüsternd nur gefühlt;
dein Auge sieht, was in mir glüht,
was Liebe oder Hass versprüht,
dein Blick durchleuchtet, und er kühlt,
ein Licht, dem Tode gleich, ein Tor.

Ich sehe jetzt, was mich zerwühlt,
mein Herz jenseits der Worte fühlt,
die Sinne sind weit offen und geeint,
als Spiegelbild des anderen gemeint.

Ich rieche mich an dir, in deinen Farben,
im Glanze deiner Augen kann ich sehen,
dein Blick formt mich, ich forme deinen,
wozu also mein eigenes Leid beweinen?

Ich kann es nur
dank deines Leids verstehen,
dein wunderliches Herz
trägt meine Narben.

Richtest du dein Licht
dem Schmerz in mir entgegen,
wird sich auch Linderung
auf deine Wunden legen.

Noch tiefer
reicht der Blick zu zweit
im Mitgefühl –
dem Kuss der Ewigkeit.

 

Hartmut Lohmann

weise-worte-569

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