Der Pfad der Weisheit

Meine Mutter war eine gute Frau. Für mich war sie die weiseste Person auf der ganzen Welt.

Also fragte ich sie eines Tages – ich war vielleicht sechs oder sieben – wie ich so weise wie sie werden könne.

Sie brach in Lachen aus und meinte, ich sei noch reichlich jung für eine solche Frage. Aber, sagte sie, da ich nun gefragt hätte, würde sie auch antworten.

„Das Leben ist wie ein Pfad“, sagte sie und lächelte. „Und wir müssen alle diesen Pfad entlang wandern. Wenn wir uns hinlegen, liegen wir sogar auf dem Pfad. Und jeden Morgen müssen wir aufstehen und unseren Weg auf diesem Pfad fortsetzen.

Beim Gehen werden wir immer wieder Erfahrungen wie kleine Papierschnipsel vor uns liegen sehen. Wir müssen diese Papierschnipsel aufheben und in die Tasche stecken. Jedes Stück Papier, auf das wir stoßen, sollte in die Tasche gesteckt werden.

Dann eines Tages können wir diese Stücke zusammensetzen, und wenn wir schon genügend davon haben, ergeben sie einen Sinn.

Lies die Information und bewahre sie im Herzen.

Dann stecke die Papierschnipsel wieder in die Tasche und gehe weiter, denn es werden noch mehr auf dem Weg liegen. Später kannst du sie dann wieder herausnehmen und vielleicht ein wenig mehr lernen.

Wenn wir das unser ganzes Leben lang tun, wissen wir, zu welcher Zeit wir die Schnipsel herausnehmen und mehr der Botschaft lesen sollen.

Je mehr wir lesen, desto mehr begreifen wir den Sinn des Lebens.

Wir können weise werden – oder zumindest weiser als wir zuvor waren.

Aber wenn wir nie diese Papierschnipsel aufheben und sie nie lesen, werden wir nie weiser werden.

Das Leben wird uns immer ein Rätsel bleiben, und wir werden nie die Weisungen des Schöpfers erfahren.

Doch vergiss eines nicht: Selbst wenn wir alle diese Schnipsel aufheben, haben wir nicht ausgelernt. Niemand kennt alle Antworten.“

 

Verfasser unbekannt

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