Die 10 Gebote der Co-Abhängigkeit

Das Thema Co-Abhängigkeit, Symbiose und narzisstischer Missbrauch in Beziehungen beschäftigt mich schon seit vielen Jahren. In der letzten Zeit häufen sich jedoch die Themen in meinem beruflichen und auch privaten Umfeld, wo Beziehungen zerstörerische Tendenzen bekommen und sehr viel Leid und Schmerz erfahren wird.

Um mich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen bin ich bei meiner Internet-Recherche auf Lisa A. Romano gestoßen. Sie ist eine zertifizierte Lebensberaterin, die sich aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen auf Co-Abhängigkeit und narzisstischen Missbrauch spezialisiert hat. Sie weiß wie es gelingen kann, einen Ausweg aus der Verwirrung und dem Schmerz zu finden, in der man als Co-Abhängiger lebt.

Co-Abhängige und Opfer von narzisstischem Missbrauch glauben nicht, dass sie gut genug sind. Denn wenn wir uns noch niemals wirklich gesehen gefühlt haben, können wir unser Selbst nicht sehen oder wertschätzen.

Wenn wir auf eine Weise erzogen wurden, die uns glauben ließ, dass das, was wir fühlen, denken, brauchen oder wollen unwichtig ist, entwickeln wir uns zu jemandem, der sein wahres Selbst verbirgt, der ständig versucht anderen zu gefallen, seine Grenzen nicht wahren kann, oft depressiv, wütend oder ängstlich ist und sich meist ohnmächtig und nicht fähig fühlt, sein Leben zu verändern.

In ihrem Buch „Codependent Now What. It’s not you – it’s your programming“ beschreibt sie die nachfolgenden 10 Gebote für Co-Abhängige, die sie dabei unterstützen sollen, ihr Leben auf eine neue Basis zu stellen.

Für sehr gut und brauchbar befunden und deshalb – in eigener Übersetzung – hier für dich niedergeschrieben.

 

Die 10 Gebote der Co-Abhängigkeit (Lisa A. Romano)

Du sollst keine falschen Götter vor dir haben. Ich stelle die Meinung anderer nicht über meine eigene Meinung. Meine Meinung über mich selbst ist wichtiger als die Meinung eines anderen über mich.

Du sollst nicht lügen. Ich werde nicht „Ja“ sagen, wenn ich „Nein“ meine, und nicht „Nein“, wenn ich „Ja“ meine. Ich lerne, meine Wahrheit zu leben, meine Wahrheit zu sagen und meine Wahrheit auszudrücken, selbst wenn sich andere wünschen, dass ich lüge oder mich verstelle.

Du darfst andere verärgern, wenn es notwendig ist. Ich ignoriere oder leugne nicht länger meine innere Wahrheit oder meine Bedürfnisse, nur um andere glücklich, ruhig oder zufrieden zu stellen.

Du sollst dich nicht übermäßig damit beschäftigen, was andere über dich denken. Ich lehre meinen Geist, mich auf meine Meinungen über mich, meine Karriere, Beziehungen, meinen Erfolg, meinen Körper, meine Gesundheit und meine Lebensentscheidungen zu konzentrieren.

Du sollst nicht die Zustimmung oder Erlaubnis anderer einholen. Ich lerne, zuerst die Zustimmung meines Selbst zu suchen und auf meine innere Führung zu vertrauen, auch wenn ich etwas anderes möchte, als andere für sich selbst, für mich oder uns wünschen.

Du sollst den Tempel deines göttlichen Geistes, deinen Körper, ehren. Ich lerne, meinen physischen Körper als den einzigartigen Ausdruck von Gott, der Quelle, zu behandeln, der er ist. Ich lerne, meinem Herzen, meiner Leber, meinen Nieren, meiner Bauchspeicheldrüse, meinem Darm, meiner Haut, meinen Augen, meinen Ohren, meinem Mund, meinem Hals und meinem Chakra-System dafür zu danken, dass sie alle meinem Geist die Möglichkeit geben, meine spirituelle Reise durch diesen meinen göttlichen Tempel namens Körper zu erleben.

Du sollst lernen, deinem Unwohl-Sein zu vertrauen. Ich nehme mein Unwohl-Sein als Indikator dafür, dass meine Gedanken oder mein Körper nicht in Übereinstimmung mit meinem meinem höheren Selbst sind. Ich lerne meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Wenn ich mich in der Nähe anderer Menschen nicht wohl fühle, so ist das ein Zeichen, dass ich mit Menschen zusammen bin, die nicht mit meinem höchsten Wohl in Einklang sind. Wenn es sich so anfühlt als hätte mir jemand in den Bauch geschlagen, so ist das ein Hinweis darauf, dass sie mich auf einer emotionalen oder spirituellen Ebene verletzt haben. Ich werde diese Gefühle als wertvolle Hinweise nehmen, um mich zu orientieren und Menschen zu meiden, die gefühllos, grausam, manipulativ, wertend oder unfreundlich sind.

Du sollst Zufriedenheit und Stille suchen und Chaos, Unberechenbarkeit, Gleichgültigkeit und Missbrauch vermeiden. Ich ziehe mich von Situationen, Gesprächen, Geschichten, Bildern und Menschen zurück, die in mir Anspannung oder Gefühle von Unglücklich-Sein, Wut oder Depression hervorrufen. Ich übernehme Verantwortung für meine instinktiven Reaktionen und ziehe mich zurück, anstatt in Situationen zu verweilen, die meine Zufriedenheit und meinen inneren Frieden (zer)stören.

Du sollst lernen zu akzeptieren, dass andere das Recht auf ihre eigene Realität und ihre eigene Wahrnehmung von dir haben. Selbst wenn diese Realität fehlerhaft, verletzend, entmutigend, missbilligend, beschämend und falsch ist. Ich akzeptiere, dass ich kein Recht habe und auch nicht in der Lage bin, die Gedanken, die Gefühle oder das Verhalten anderer zu kontrollieren. Ich akzeptiere, wie sich andere fühlen, anstatt zu versuchen, ihre Gefühle zu ändern. Ich ziehe mich von Menschen zurück, die das Gute in mir nicht sehen können oder wollen.

Du sollst deinen Nächsten nicht richten. Ich drehe mich lieber um und gehe weg, als die negativen Urteile anderer Menschen zu unterstützen. Ich lerne, alles zu segnen, was ist und all meine Gedanken, Handlungen und Absichten in Einklang mit meinem göttlichen Wesen zu bringen.

 

Lisa A. Romano, übersetzt von Ursula Hohlweg

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