Die Botschaft des Meeres

Egal, wie viel Böses du in der Welt siehst, egal, was dich traurig oder verzweifelt macht oder bewirkt, dass du nicht mehr weißt, wo es langgeht, gib nicht auf – da draußen wartet immer noch ein Leben auf dich.

 

Jetzt begreife ich, dass mein Reichtum nicht in meinen materiellen Besitztümern liegt, sondern darin, dass ich nur so wenige brauche. Jetzt weiß ich, dass das einzige, was ich je behalten werde, die Erinnerung an diese goldenen Momente der Wahrheit ist. Und je mehr ich mit diesem Teil von mir eins bin, desto besser verstehe ich, was Freiheit ist. Desto glücklicher kann ich in jedem Bereich meines Lebens sein.

 

Ich hinterlasse Spuren im Sand. Sie werden mit der nächsten Flut verschwinden, und nichts wird mehr bezeugen, dass ich da war. Aber das macht nichts, solange ich selbst es weiß.

 

Jetzt begreife ich, dass der Sinn meines Lebens nicht darin besteht, bestimmte Dinge zu haben, sondern darin, bestimmte Dinge zu tun. Meinen Geist frei schweifen lassen. Zu lernen, wie ich mein wahres Selbst entdecken kann, auf es zu hören und mich von ihm leiten zu lassen, zu dem Leben, für das ich bestimmt bin. Mich an jedem neuen Tag zu bemühen, ein besserer Mensch zu werden.

 

Ich gebe mir selbst die Chance, jener Stimme zu lauschen, die still in meinem Inneren zu warten, ja fast zu schlafen scheint, bis die Gelegenheit kommt, da sie sich laut und deutlich äußern kann, im Einklang mit meinem wahren Geist.

 

Lass dich von dieser Stimme leiten, wenn alles andere nicht funktioniert, lass sie dich zu deiner Wahrheit führen, die du bist. Entscheide dich, dein Leben bewusst zu gestalten, und nähre dich von der Weisheit, die aus der Seele kommt.

 

Allein zu sein ist eine phantastische Gelegenheit, die mir hilft, zu erkennen, wer ich bin. Lerne, allein zu sein. Lerne, das Alleinsein willkommen zu heißen.

 

Der Trick besteht, glaube ich, darin, erwachsen, aber nicht alt zu werden. Mich von dem Kind in mir immer daran erinnern zu lassen, dass ich von so zauberhaften Dingen umgeben bin wie den Sternen, der Sonne, dem Mond und dem Meer.

 

Es geht darum, Dinge zu tun, die man für immer schätzen und in Erinnerung behalten wird, egal ob man noch ein Kind ist oder in der Mitte oder am Ende seines Lebens steht. Es geht darum, mit den Geheimnissen des Lebens umgehen zu können, Hindernisse in Gelegenheiten zu verwandeln und Rückschläge in neue Chancen.

 

Der vollkommene Erwachsene ist wohl der, dem es gelingt, in Harmonie mit dem inneren Kind zu leben, der er immer sein wird. Dann wird er das Leben mit den Augen eines Kindes sehen, und jeder neue Tag wird ihn erstaunen.

 

Zeit: das Geheimnis entdecken, wie man wächst, ohne zu altern. Das Geheimnis, wie man Weisheit erlangt, ohne zum Schulmeister zu werden.

 

Wenn ich das Kind in mir nicht verliere, werde ich niemals alt werden.

 

Ich glaube, dass es Vollkommenheit gibt. Ich glaube auch, dass vollkommene Momente nur einen Augenblick währen als ein Geschenk des Universums, das ich mein ganzes Leben lang immer wieder werde genießen, aber nie werde besitzen können.

 

Vielleicht liegt die Vollkommenheit nur darin, nach einem einfachen Moment der Schönheit Ausschau zu halten. Vielleicht liegt sie darin, dass wir ihn nirgendwo anders suchen als in unserem eigenen Herzen.

 

Wir sollten uns alle mindestens einmal am Tag die Zeit nehmen, einen wahrhaft vollkommenen Moment zu erleben. In den Augen eines neugeborenen Kindes, im Duft einer Blume, im Summen eines Kolibris, in all den täglichen Wundern, die das Leben für uns bereithält.

 

Gewöhne dich nie an das Leben. Betrachte jeden Tag als einen Neuanfang, als einmalige Gelegenheit, etwas Vollkommenes zu entdecken.

 

Die Vergangenheit besteht aus der Gegenwart, in der wir leben. Je stärker ich mich an sie erinnere, umso mehr stelle ich fest, dass meine Gegenwart voller wunderbarer Momente war. Darum lächle ich und erinnere mich erneut. Aber diesmal bin ich weder traurig noch glücklich. Das einzige, was ich fühle, ist, dass es in meinem Leben so vieles gibt, wofür ich dankbar bin. Denn meine Erinnerungen versetzen mich nicht zurück in die Vergangenheit: Sie bewirken, dass ich mich jetzt im Moment lebendig fühle, in der Gegenwart, und dass ich mich auf die Zukunft freue. Es gibt noch so viele Träume zu erfüllen!

 

Alle Jahreszeiten sind wunderbar, wenn man anfängt, sie mit reinem Herzen zu erleben: der Sommer mit seinem Wärme und der Winter mit seiner Kälte; der Frühling, der uns sagt, dass das Leben von neuem erblüht, und der Herbst, der uns daran erinnert, dass alles im Leben geboren werden, leben und sterben muss.

 

Nie werde ich vergessen, wie ich mich das erste Mal verliebte. Eine Empfindung, die völlig von mir getrennt zu sein schien, durchdrang jede Faser meines Körpers, und ein wunderbares, ganz neues Gefühl der Zugehörigkeit ergriff mein Herz. Wenn ich doch nur erklären könnte, was ich empfand, als sich unsere Blicke zum ersten Mal trafen, als ich zum ersten Mal ihre Hand hielt, as wir uns zum ersten Mal küssten. Mir war, als wäre Gott für einen Augenblick vom Himmel herabgestiegen, nur um unsere Herzen zu berühren. Reine Liebe ist unbeschreiblich – so einfach und so wunderbar.

 

Ich glaube, dass sich die Liebe wie die Jahreszeiten mit der Zeit verändert. Sie kann reif und warm sein und manchmal bitter und kalt. Und sie kann auch wieder aufblühen wie die Blumen im Frühling oder langsam sterben, wenn der Herbst beginnt.

 

Liebe ist das wunderbarste Gefühl, das man erleben kann.

 

Wir sparen uns vieles im Leben für später auf, doch im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass wir versuchen sollten zu leben, als ob es kein Morgen gäbe, denn was zählt, ist das Jetzt. Und wenn es mir gelingt, mein Leben in jedem Augenblick voll und ganz auszukosten, dann werde ich am Ende der reise auf ein Leben voll freudiger Momente zurückblicken können. Ich werde wahrhaft gelebt haben.

 

Ich habe nie Angst gehabt vor dem Tod. Ich glaube nicht, dass es weh tut zu sterben.

 

Wovor ich Angst habe, ist, dass diese wunderbare Reise, die wir Leben nennen, eines Tages zu Ende sein wird. Ich habe Angst davor, nicht mehr an einer Rose riechen zu können, nicht mehr zusehen zu können, wie die Sonne untergeht und der Mond am Himmel emporsteigt.

 

Sterben ist keine Sünde – das Leben nicht voll und ganz auszukosten dagegen schon.

 

Und obwohl ich mein Leben nicht werde mitnehmen können, wenn ich sterbe, werde ich doch einen tiefen Atemzug tun, um eine Lunge und mein herz mit seiner Schönheit anzufüllen, damit die Schönheit mich niemals verlässt. Und die Sprache der Wahrheit wird mir helfen, die letzte gläserne Wand meines menschlichen Daseins zu durchschreiten.

 

Ein innerer Frieden breitet sich in meiner Seele aus. Auf einmal fürchte ich mich nicht mehr. Ich werde mich nicht von meinen Ängsten daran hindern lassen, meine Träume wahr zu machen.

 

Ich bin eins mit mir selbst. Ich tue, was ich tun soll. Und das gibt mir das Gefühl, lebendig zu sein.

 

Ich stand auf. Es war Zeit, meine Seele von dem Staub zu befreien, der sie so lange bedeckt hatte, und wieder eins zu sein mit dem Universum.

 

Sergio Bambaren, aus „Die Botschaft des Meeres“

weise-worte-159

Weitere Artikel