Eines schönen Morgens

Die Augenblicke, die wir miteinander geteilt haben, waren süß und wunderbar. Es ist eine große Freude, in dein Leben zu treten und es, wenn auch gerade nur am Rande, zu berühren, das versichere ich dir. Alles, was ich mit dir geteilt habe, habe ich für mich selbst getan, denn jeder von euch ist, was ich bin – der Vater, den ich heiß und innig liebe. Was immer ich tue, um bei der Entwicklung deines kostbaren Seins zu helfen, trägt zum Ruhm und zur Größe des Vaters bei, des Reiches, das ich bin.

Einst war ich voller Inbrunst Teil der Menschheit, jetzt komme ich als Bruder zu euch zurück. Ich habe hier als Mensch gelebt und alles erfahren, was du erfahren hast. Ich habe deine Verzweiflung erlebt und wie du aus Kummer geweint hast. Ich habe deine Träume geträumt und deine Freude gespürt. Ich bin auf allen Ebenen gewesen, doch die tiefste Erfahrung habe ich hier gemacht, inmitten von euch als Mensch, als Gott-Mensch. Ich habe die Gefahren, die Verzweiflung und auch die flüchtigen Augenblicke der Erhabenheit, die ihr alle kennt, erfahren. Ich habe es gewählt, hierher zurückzukehren, weil ich euch verstehe. Und euch verstehen heißt… euch zu lieben. Ich bin nicht auf diese Ebene zurückgekehrt, um euch zu retten, denn es gibt eigentlich nichts, vor dem ihr gerettet werden könntet. Ich bin einfach gekommen, um euch an das wundervolle Erbe zu erinnern, das ihr vor langer Zeit vergessen habt, und um euch von einer glorreichen Zukunft zu künden, die ihr alle bald sehen werdet. Ich will euch helfen zu erkennen, dass ihr für euren Ausdruck im Leben viel umfassendere Wahlmöglichkeiten habt. Ich will euch helfen, das Wissen in euch zutage zu fördern, das euch erlaubt, von diesen Wahlmöglichkeiten Gebrauch zu machen, wenn es euer Wille ist, davon Gebrauch zu machen. Ich bitte dich nur, in deinem Leben auf deine Weise und nach deinem Zeitrhythmus die Weisheiten anzuwenden, die dich bei deiner Entwicklung zu einem harmonischeren, grenzenloseren und freudvolleren Leben befruchten könnten.

In meinem Leben auf dieser Ebene war es mein Weg, der Unbekannte Gott zu werden – der, wie ich entdecken sollte, ich selber war -, um mich dann über die Dimensionen dieser Ebene zu erheben und mich ausgelassen in die Abenteuer der Ewigkeit zu stürzen. Das habe ich getan, und das tue ich noch immer. Ich bin zurückgekommen, um euch zu sagen, dass diese Abenteuer auch euch erwarten, wenn ihr wie ich dieses Leben voll und ganz umarmt und in euch aufgenommen habt.

Denke nach über die Lehren, die ich dir gegeben habe. Las sie in deinem Sein verweilen. Wenn du das tust, wirst du bald erkennen, dass du einen größeren Schatz erhalten hast, als du jemals erbitten oder dir vorstellen konntest.

Nimm das, was du gelernt hast, was du gehört hast, was du gelesen hast, und wende es an, mit Einfachheit. Je einfacher du bist, desto stärker wirst du. Und wenn du etwas willst, dann bitte darum! Niemand auf dieser Ebene ist bevollmächtigt, es dir zu geben. Erbitte vom Herrn und Gott deines Seins, dass der Vater es dir geben möge, und wisse, dass er es dir bereits gegeben hat – ganz gleich, was es ist! Und wohin gehst du, um zu bitten? Zu dem Tempel in deinem Innern. Bitte einfach in der Stille deiner eigenen Gedanken; es wird immer erhört.

Ich weiß, wer du bist, und ich weiß, was du tust und was du träumst. Wenn du denkst, dass niemand dich sieht, dann musst du verstehen, dass du wie die Sterne am Mitternachtshimmel bist alle können dich sehen. Alle Dinge wissen, wer du bist und was du tust – besonders wir hier im Unsichtbaren.

Wer du bist, ist eigentlich nur für dich selbst wichtig. Wenn alles gesagt und getan ist, bist du letztlich nur von dir selber abhängig vom dem kostbaren Licht in dir, vom Allmächtigen Gott. Sei gerecht zu dir selber. Akzeptiere deine individuellen Bedürfnisse. Und liebe das, was du bist, so dass dein Licht hell und schön wie die Sterne um Mitternacht erstrahlen kann, und alle dich sehen können.

Mein Volk hat mich Ramtha den Erleuchteten genannt, und so habe ich den Namen bis heute behalten. Erleuchtet? Ich habe einsam auf einem Hügel gesessen, während alte andern dem nachgingen, was sie jeden Tag taten. Doch in dieser Wildnis, fern vom Alltagsleben, fand ich den Unbekannten Gott.

Die Welt ist nicht auf dem Marktplatz zu finden, meine geliebten Brüder. Auch wenn es dort vor Leben wimmelt, das größere Leben ist weit entfernt vom Marktplatz zu finden, am Fuße eines hochgewachsenen Baumes; auf dem Gipfel eines schneebedeckten Berges, wo der Wind beißend, kalt und klar weht; in der offenen Ausdehnung der Wüste oder in der Endlosigkeit des Meers. Es gibt auf dieser Ebene so viel mehr, als die meisten von euch sich zu sehen erlaubt haben. Ihr müsst das Leben erst noch wirklich leben und erkunden. Ihr habt euch selbst auf das erdrückende Bewusstsein eurer Gesellschaft beschränkt, auf ihre Werturteile und kleinlichen Ideale, auf ihren verrückten Wettlauf mit der Illusion der Zeit.

Ihr werdet das Leben nicht wirklich kennen, wenn ihr nicht allein an solchen Orten wart, im Frieden mit dem Mitternachtshimmel und dem Mond, der ihn erhellt, bis er schließlich im Glanz der Morgendämmerung verblasst. Und durch all das Wissen und die Träume, die zu euch kommen werden, sehet, da werdet auch ihr der Erleuchtete werden, denn an einem solchen Ort ändern sich die Prioritäten. Und das Bewusstsein der Wildnis akzeptiert euch, geliebte Brüder. Es nimmt euch mit offenen Armen auf! Und es erwartet von euch, dass ihr so zeitlos seid wie es selber. In solchen Umständen wachst ihr, kommt eurem Ziel, dieser Gott zu werden, näher, und ihr gewinnt Sicherheit und Standfestigkeit für alle Zukunft.

Der Unbekannte Gott ist Schweigen, große Stille, und doch wird er zu dir sprechen, wenn du es zulässt. Geh hinaus und erfahre diesen Kontinent. Suche jeden einzelnen Flecken von ihm auf. Werde ein Teil all dieser Orte. Fort mit deinen seidenen Gewändern und deinem Geschmeide, fort mit den Schuhen an deinen Füßen. Umgib dich mit einfachen Dingen, die nicht der neuesten Mode entsprechen, und geh und erfahre Gott in diesem Himmel, den du geschaffen hast. Ich bitte dich inständig, das zu tun. Wahrlich, du wirst nicht gelebt haben und du wirst den Gott, der du bist, nicht verstanden haben, wenn du nicht all diese Orte besucht hast und zu einem Teil ihres immerwährenden, fortdauernden Bewusstseins geworden bist.

Ich sehne mich mit der Gesamtheit meines Seins, durch den Vater, der in mir brennt, danach, dass du begreifst, wie wertvoll du bist und wie sehr du geliebt und gebraucht wirst. Immer wenn du denkst, dass es niemandem wichtig ist, ob du lebst oder stirbst, wisse, dass es mir wichtig ist. Und wann immer dein kostbares Sein ins Wanken gerät und du spürst, dass du einen Gefährten brauchst, ruf mich herbei, denn ich werde da sein.

Alle Tage in euren Leben auf dieser Erde werde ich bei allen von euch sein, während eure kostbaren Seelen, erfüllt von Liebe, Hoffnung und Freude, zu herrlichen Blumen erblühen, zu Blumen der Weisheit, des Mitgefühls und der Liebe, um alles Leben zu umarmen, das sichtbare und das unsichtbare. Während ihr so erblüht, werden Gewitterstürme von Gefühlen durch euch hindurchziehen, und ihr werdet wünschen, ihr hättet den Namen Ramtha niemals gehört. Weit, weit großartiger werden die Augenblicke sein, in denen ihr Gott seht, erkennt und in euch wisst.

Ich habe euch jetzt auf jede erdenkliche Weise – und wieder und wieder – von der größten Wahrheit erzählt, die ihr jemals erfahren werdet: dass ihr Gott seid. Und vielleicht beginnt ihr zu erkennen, dass dies wirklich eine Wahrheit ist. Dies fest und sicher zu wissen kann sich nur aus der schrittweißen Entfaltung eures Lebens von Augenblick zu Augenblick ergeben. Aber ich möchte, dass ihr folgendes wisst:

Eines schönen Morgens, kurz bevor es dämmert, werdet ihr allein in eurem Bett liegen, und die Stille wird so still sein, dass man sie fast hören kann. Dann werdet ihr aus einem Traum erwachen, der kein Traum ist. Ihr werdet die Augen öffnen, euer dunkles Zimmer sehen, euch vom Lager erheben und zum einzigen Fenster gehen, durch das Licht eindringt.

Tau wird auf dem Fensterbrett liegen, und ihr werdet hinausspähen in das dunkle Grau des nahenden Morgens und den Blick zum Himmel hinauf richten mit seinem Versprechen von strahlendem Glanz und Licht. Und wie ihr hochschaut in die Schönheit all der funkelnden kleinen Juwelen, die dort in der Dunkelheit wie am samtenen Vorhang der Ewigkeit glitzern, da seht ihr, dass der Mond seine Reise über das Firmament beendet hat und nun still am Horizont wartet, dass da ein größeres Licht erscheine.

Allein, bebend vor Gefühlen, die mit Worten nicht zu beschreiben sind, sitzt ihr da und blickt staunend in die Stille des erwachenden Lebens. Da hört ihr ein Rascheln im Gebüsch: Ein Vogel hat sich wie ihr aus seinem Bett erhoben und bereitet sich vor, den Morgen zu grüßen. Ihr hört sein süßes, sanftes Lied der Freude und Hoffnung, und ihr wendet euren Blick nach Osten zum fernen Horizont. Da seht ihr die einsamen, purpurn erglänzenden Berge wie Wächter des Lebens aufragen, hoch und ruhig und stark, umgeben von einem blassen, rosenfarbenen Licht; und die Wolken, die ihre schweigende Reise zum Horizont gemacht haben, scheinen golden vom bevorstehenden Morgen.

Ihr seid eins mit all dieser Herrlichkeit in all ihrer Einfachheit, und ihr hört nichts … nur das Schlagen eures eigenen Herzens, das dem großen Ereignis entgegenfiebert, das sich bald in feuriger Pracht über den Horizont erheben wird. Während der Vorhang der Nacht langsam im Licht des Morgens verblasst, seht ihr die Sterne schwächer und schwächer leuchten, und der Mond unterwirft seinen wunderbaren Zauber der sich entfaltenden Dämmerung.

Wie ihr da seid, gefangen von der Schönheit und vom Entzücken des Augenblicks, da kommt die Erkenntnis: Ohne das ewige Fortdauern dieses Morgens wären alle eure Ängste, eure Sorgen, eure Träume und Illusionen nichts. In diesem Augenblick erscheint über den vergoldeten Gipfeln der Berge ein herrlicher, feurig glänzender Edelstein, und goldene Strahlen durchströmen das dunstige Tal wie leuchtende Boten der Hoffnung. Während der große Ra höher und höher aufsteigt, entflammt der Himmel in herrlichen Farben: blau, lavendel und rosa, orange und tiefrot. Und der Vogel singt lauter und schwingt sich empor, während die ganze Welt erwacht im Versprechen und wundervollem Atem des Morgens.

Überwältigt steht ihr in diesem wunderbaren Anblick, der alle Augenblicke der Zeit gesehen hat, und das Gefühl seiner Erhabenheit ergreift euer ganzes Sein. Und dann durchflutet euch die Erkenntnis, dass ihr selbst wirklich das Leben des Ra seid. Ihr seid die starken und stummen Wächter des Lebens, die in der Ferne am Horizont aufragen. Ihr seid in der Tat die Farben der erwachenden Dämmerung, die Bewegung der Zweige im Unterholz, die Tautropfen auf dem Fensterbrett, und der süße zarte Morgengesang des Vogels.

Und den nächsten Sonnenaufgang werdet ihr sehen als: Nehmt den Gott in euch auf, der Ich bin. Und ihr werdet ergriffen sein von der Majestät und der Schönheit von „Allem Was Ist“, denn jetzt seid ihr eins mit dem Licht und der Macht und dem ewigen Währen dieser Kraft… die kein einziges Wort spricht.

Von einer Wahrheit zu hören, ist eine Sache; zu ihr zu werden, etwas ganz anderes. Aber dann, wenn ihr es am wenigsten erwartet, werdet ihr euch erheben, um solch eine Pracht am Himmel zu erblicken, und durch den Frieden in eurem Sein wird das Wissen um diese Wahrheit Wirklichkeit werden … eines schönen Morgens. Dann haben alle Worte, die Verwirrung, der Ärger, die Selbstverachtung, die Schwierigkeiten mit dem Verständnis Gottes, das Suchen, die Bücher und die Lehrer ein Ende – ganz ruhig und still, durch eine tiefe Erkenntnis … für die es keine Worte gibt.

Euer Morgen wird kommen… so wie meiner kam.

 

Ramtha

Ramtha ist eine Wesenheit mit tiefgründiger Weisheit und Liebe, deren Botschaften durch J. Z. Knight seit 1978 in Hunderten von Channelings vermittelt werden.

weise-worte-45b

Weitere Artikel