Emotionale Abgrenzung

13 Tipps für das tägliche Leben.

Jeder von uns kennt von Zeit zu Zeit – mehr oder weniger ausgeprägt – das Gefühl von Emotionen überschwemmt zu sein.

Dabei sind es oftmals gar nicht unsere eigenen Emotionen, sondern die Gefühle unserer Mitmenschen, die unser System in Aufruhr bringen.

Safi Nidiaye beschreibt in ihrem Buch „Das befreite Herz – Von der Wohltat des emotionalen Aufräumens“ 13 praktisch anwendbare Methoden um im Alltag bei sich zu bleiben und sich auf eine gesunde Weise emotional abzugrenzen.

  1. Den Atem spüren. Erinnere dich daran, so oft es geht: „Den Atem spüren“. Das bringt dich in die Gegenwart. Nun bist du bei dir und kannst wahrnehmen.
  2. Ziehe dich zurück und hole deine Gefühle in dein Herz. Wann immer du bemerkst, das ein Thema dir im Kopf herumgeht oder dass du emotional reagierst (indem du dich ärgerst, Angst hast, traurig wirst oder dich verschließt), ziehe dich für einige Minuten zurück und spüre in dich hinein. Hole deine Gefühle in dein Herz und gib ihnen Raum. Du wist sehen, dass du dich viel besser fühlst.
  3. Wenn du mit anderen zusammen bist, achte darauf wie du dich fühlst. Wenn du mit anderen zusammen bist, achte darauf, wie du dich fühlst. Behalte dir die Möglichkeit im Hinterkopf, dass das, was du fühlst, auch einmal das Gefühl des anderen sein kann.
  4. Schaffe dir Bewusstseinshilfen: Mantren, Zettel, Bücher, akustische Signale. Schaffe dir Bewusstseinshilfen, beispielsweise ein Wort oder einen kurzen Satz, den du dir überall hin mitnimmst, wie ein Mantra. Zum Beispiel: „Bewusst atmen“. Oder: „Fühlen. Bei mir sein. Den Körper spüren. Gefühle zurückgeben“. Oder schreibe dir kleine Erinnerungszettel und bringe sie an Stellen an, die dir oft ins Auge fallen. Oder lege dir ein bewusstseinsförderndes Buch am einen Platz, an dem du dich öfters aufhältst, sodass du immer wieder mal einen Absatz darin lesen kannst. Nutze akustische Signale (eine Technik, die Thich Nhat Hanh empfiehlt), um sich an Bewusstheit zu erinnern indem du dir zum Beispiel vornimmst, jedes Mal wenn die Kirchenglocken läuten oder das Telefon klingelt, bewusst zu deinem Atem zurückkehrst.
  5. Schütze dich durch deine eigene Präsenz. Wenn du dich in Menschenmengen bewegst oder in Gesellschaft von Menschen bist, deren Ausstrahlung dir nicht angenehm ist, schütze dich durch deine eigene Präsenz. Spüre deinen Atem und deinen Körper und achte auf deine Gefühle.
  6. Schalte Bewusstheit ein und lerne deine Gefühle kennen. Sobald du merkst, dass eine seltsame Stimmung dich ergriffen hat, spüre deinen Atem, schalte deine Bewusstheit ein (indem du zu dir sagst: Dieses Gefühl möchte ich kennenlernen), wende dich dem betreffenden Gefühl zu und frage dich, ob du es irgendwo aufgeschnappt hast. Falls ja, gib es zurück. Falls nein, öffne dein Herz dafür.
  7. Gib fremde Gefühle wieder zurück. Falls du einmal den Eindruck gewinnen solltest, dass jemand dir absichtlich oder unabsichtlich negative Gefühle schickt, gib sie wieder zurück.
  8. Hole deine Gefühle zu dir zurück. Wenn du starke Gefühle – positiv oder negativ – auf jemand anderen projizierst, mache dir dies bewusst und hole diese Gefühle zu dir zurück, indem du sie fühlst und dein Herz dafür öffnest (beispielsweise Sorge, Bewunderung, Neid, Hass, Wut, Verliebtheit, Angst,…).
  9. Löse Probleme, Streit und Konflikte. Wenn du ein Problem, einen Streit, einen Konflikt mit jemandem hast, mache dir deine Gefühle bewusst, die du von der anderen Person übernommen hast und gib sie zurück.
  10. Prüfe deine Gefühle des Verliebt-Seins. Wenn du dich verliebt hast, nimm deinen Verliebtheit bewusst als Gefühl wahr, öffne dein herz dafür und prüfe, ob du die Gefühle des anderen übernommen hast und ob du in der Lage bist, sie zurückzugeben. Falls nein, warum nicht? Kümmere dich um dein eigenes Gefühl, indem du es annimmst.
  11. Versuche niemals etwas loszulassen, woran du festhältst! Versuche niemals etwas loszulassen, woran du festhältst! Öffne dein Herz für das Festhalten, für die Angst und für die Sehnsucht, die dahinterstecken, und für das negative Gefühl, vor dem du Angst hast, und das positive, nach dem du dich sehnst. Öffne immer dein Herz. Tu dir selbst niemals Gewalt an. Du wirst sehen, dass did Dinge sich auf diese Weise viel leichter und schöner lösen.
  12. Betrachte das Verhalten anderer als ein Spiegel deiner unbewussten Gefühle. Betrachte das Verhalten, das deine Mitmenschen dir gegenüber an den Tag legen, als Spiegel für deine eigenen Gefühle. Vielleicht behandeln sie dich so, wie du dich unbewusst fühlst.
  13. Betrachte dein Verhalten anderer Gegenüber als Spiegel für deren Gefühle. Betrachte die Art, wie du dich Menschen gegenüber verhältst, ebenfalls als Spiegel für deren Gefühle. Vielleicht behandelst du Menschen so, wie diese sich insgeheim fühlen. Es muss nicht so sein, aber es kann so sein. Vielleicht öffnet dieser Gedanke dein Herz für dich selbst und für die andere Person.

 

Safi Nidaye, aus „Das befreite Herz“

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