Es gibt keine größere Lüge als den Tod

Das erste, was ich euch über den Tod sagen möchte, ist, dass es keine größere Lüge gibt.

Und doch scheint der Tod Wirklichkeit zu sein. Er erscheint nicht nur als Wirklichkeit, er sieht auch wie die Kardinal-Wahrheit des Lebens aus – es sieht so aus, als sei das ganze Leben vom Tod umgeben. Ob wir es vergessen oder uns nicht bewusst machen, überall ist der Tod uns nahe. Der Tod ist uns sogar näher als unser eigener Schatten.

Unser Leben ist auf unserer Todesangst aufgebaut.

Die Todesangst hat die Gesellschaft hervorgebracht, die Nation, Familie und Freunde. Unsere Todesangst hat uns hinter Geld her sein lassen, uns ehrgeizig höhere Positionen anstreben lassen. Und am meisten überrascht, dass unsere Götter und unsere Tempel auch auf unserer Todesangst gebaut sind. Voller Angst vor dem Tod beten Menschen auf ihren Knien. Voller Angst vor dem Tod heben Menschen ihre gefalteten Hände zum Himmel und beten zu Gott. Und nichts ist unwahrer als der Tod. Darum sind alle Systeme falsch, die wir in dem Glauben geschaffen haben, der Tod sei Wirklichkeit.

Aber wie kann man erkennen, dass der Tod keine Wirklichkeit ist? Wie können wir erfahren, dass es keinen Tod gibt?

Solange wir das nicht wissen, kann uns unsere Angst nicht verlassen. Solange wir nicht wissen, dass der Tod nicht Wirklichkeit ist, bleibt unser Leben falsch. Solange wir Angst vor dem Tod haben, können wir kein authentisches Leben leben. Solange wir vor Todesangst zittern, können wir die Fähigkeit, unser Leben zu leben, nicht aufbringen. Man kann nur dann leben, wenn der Schatten des Todes für immer verschwunden ist. Wie kann ein ängstlicher und zitternder Geist leben? Und wenn der Tod in jeder Sekunde näher zu kommen scheint, wie ist es möglich zu leben? Wie können wir da leben?

 

Osho, aus „And Now and Here, Talk #3“

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