Ich esse…

Ich esse…
… um für ein paar Momente zu vergessen, wie leer ich mich fühle, wie schmerzhaft es ist, nicht der Mensch sein zu dürfen, der ich in meinem Innersten bin.

Ich verschlinge Essen…
… um für ein paar Momente etwas in mir zu betäuben, das nach Heilung und Fürsorge schreit, vor dem ich mich aber fürchte, weil es entstand, als wir weh getan wurde, als ich mir wehtat.

Ich missbrauche Essen…
… um für ein paar Momente einen kurzen Geschmack von Kontrolle zu erhaschen, weil ich mich in meinem Leben machtlos und ausgeliefert fühle und vergessen will, dass dieser Opfer-Zustand meiner Essenz zuwider geht.

Ich esse…
… um für ein paar Momente zu vergessen, dass mein Leben bitter und fade schmeckt, weil ich zu lange mein Licht und meine Liebe zurückgehalten und die Karten auf Angst und Schutz gesetzt habe.

Wenn ich heute den Mut aktiviere, das zu erkennen und mich dafür ich mehr zu verurteilen, sondern mir selbst einzugestehen, dass ich weitaus stärker bin als ich dachte, erwacht vielleicht ein uralter und weiser Teil in mir, der mir exakt aufzeigt, wie ich meine Beziehung zum Essen heilen darf.

 

Bahar Yilmaz

weise-worte-529

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